Es ist der sichtbare Startschuss für die heiße Phase des Wahlkampfs: Wenn am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern der neue Landtag gewählt wird, verwandeln sich die Straßen in eine politische Arena. Genau sechs Wochen vor dem Wahltag – ab Mitte August – dürfen die Parteien landesweit ihre Plakate anbringen, und im flächengroßen Landkreis Rostock laufen die Vorbereitungen dafür auf Hochtouren.

Von den Küstenregionen um Kühlungsborn und Bad Doberan bis tief in das Binnenland nach Güstrow oder Teterow rücken die Wahlkampfteams aus. Es ist eine logistische Meisterleistung, die meist von ehrenamtlichen Helfern in den Nacht- und frühen Morgenstunden gestemmt wird.

Warum das Plakatieren im Landkreis Rostock eine besondere Herausforderung ist

Der Landkreis Rostock ist geprägt von weiten Wegen und einer Mischung aus stark frequentierten Pendlerstrecken und idyllischen, eher abgelegenen Dörfern. Für die Parteien bedeutet das:

  • Strategische Knotenpunkte: Plakate konzentrieren sich vor allem auf die Bundesstraßen (wie die B 105 oder B 103), die Zufahrten zu den Autobahnen A 19 und A 20 sowie die zentralen Marktplätze und Kreuzungen in den Kleinstädten. Wer hier im morgendlichen Berufsverkehr im Stau steht, soll das Gesicht der Kandidaten im Gedächtnis behalten.

  • Der Kampf um die besten Plätze: Es gilt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ – zumindest bei den begehrten Laternenmasten an Hauptverkehrsadern. Die Teams müssen schnell und präzise arbeiten, um die Sichtbarkeit ihrer Kandidatinnen und Kandidaten zu sichern.

  • Regionale Themen im Fokus: Im Landkreis Rostock geht es plakativen Phrasen schnell an den Kragen. Die Menschen vor Ort bewegen handfeste Themen: die Zukunft der Energiewende (insbesondere Windkraft im ländlichen Raum), die ärztliche Versorgung abseits der Ballungsräume, der Zustand der Radwege und Schulen sowie die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Tourismus an der Ostsee und Landwirtschaft im Hinterland.

Was die Wähler ab jetzt erwartet

Mit dem Aufhängen der Plakate ist das visuelle Grundrauschen des Wahlkampfs hergestellt. In den kommenden Wochen wird die politische Schlagzahl im Landkreis drastisch erhöht. Neben den klassischen Papp- und Kunststoffplakaten an den Masten setzen die Parteien auf Großaufsteller (sogenannte Wesselmänner) an den Ortseingängen.

Gleichzeitig verlagert sich das Geschehen auf die Marktplätze: Infostände in Güstrow, Bad Doberan oder Schwaan bieten den Bürgern die Möglichkeit, direkt mit den Direktkandidaten ins Gespräch zu kommen. Für die Wähler im Landkreis Rostock ist die Plakatierung das Signal: Die Zeit der politischen Diskussionen im Alltag hat offiziell begonnen. Am 20. September liegt die Entscheidung dann an der Wahlurne.